Chronik 1844 - 2019

                                        Auszüge aus der Vereinschronik

 

Anlässlich des 175-jährigen Jubelfestes, das 2019 gefeiert wurde, galt es Rückschau zu halten und den Blick auf die vergangenen 175 Jahre des Chores zu richten:

 

Chronik MGV Sängerlust & Cäcilienchor Glandorf
Im Jahr 1844 gründete der Lehrer Carl Peters aus Glane den Männergesangverein Glandorf. Der Chor gab sich in den ersten Jahren den Namen "Liederkranz". Schon im Gründungsjahr trat der Chor zu Ostern und Weihnachten in der Uchte und zu sonstigen kirchlichen Anlässen auf. Das Begräbnissingen wurde alsbald auch allgemeiner Brauch. In jedem Jahr fuhr man mit einem bekränzten Leiterwagen in die Nachbarorte. Zu Weihnachten wurde im Saal Brandes Theater gespielt. Im Jahr 1864 wurde der Chor in "Sängerlust" umbenannt. Neuer Dirigent war seinerzeit der Küster und Organist Peters. Vorsitzende des Vereins waren Julius Winterberg sowie später August Wibbelsmann. So sang der Chor im Jahre 1864 beispielsweise zum 50-jährigen Priesterjubiläum des Dechanten L. Hülster, der zunächst als Schulvikar in Bad Laer und später 44 Jahre in Glandorf als Priester tätig war. Das 50-jährige Bestehen des Männerchores wurde unter zahlreicher Beteiligung der Nachbarvereine auf dem Hof Hannemann, früher in Glandorf ansässig, gefeiert. Die neue Vereinsfahne "Aus freier Brust ein freier Klang, bleibt Sängers Lust ein Leben lang" wurde vorgestellt. Nachdem es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Dirigenten Peters und dem Chor gekommen war, übernahm 1898 Schulte Suerling aus Milte die Dirigentenstelle. Dabei verwies der Dirigent Peters ausdrücklich darauf, dass das Vortragen seiner harmonisierten Chorstücke zu unterlassen sei. Am 18.06.1899 fand das Bundessängerfest "Osning" auf dem Hof Gerwersmann statt. Weitere 10 Bundesvereine nahmen an dieser Veranstaltung teil. Der Chor bestand seinerzeit aus 21 Sängern. In den darauffolgenden Jahren übernahm Lehrer Bick bis 1908 die Stabführung, wobei Julius Winterberg Präsident des Vereines war. Ab 1908 dirigierte der Glandorfer Kaplan Möscher den Chor. Unter seiner Leitung führte der Chor das Weihnachtsoratorium von Müller auf. Der Krieg brachte das Singen fast vollständig zum Erliegen. Viele Männer starben im Krieg oder an dessen Folgen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Singen des Männerchores " Sängerlust" unter der Leitung von Lehrer Beckmann wieder aufgenommen. Präsident des Vereines war seinerzeit Clemenz Krützkamp. Ab 1931 dirigierte Lehrer Engelhardt bis zu seiner Versetzung nach Gellenbeck den Chor. 1935 folgte Josef Buller aus Sudendorf.
Am Palmsonntag, den 9. April 1922, gründete Pastor Köster aus der Jünglingssodalität einen weiteren Chor mit dem Namen "Liederkranz". 1925 übernahm Josef Buller auch die Leitung
dieses Chores. Pastor Köster gründete in jener Zeit einen zweiten Chor, den Damenchor mit dem Namen "Cäcilien“, der ebenso wie der Chor "Liederkranz" in der Hauptsache bei kirchlichen Anlässen sang. Auf der Generalversammlung des Chores Liederkranz im Jahre 1928 wurde ein Beschluss gefasst, dass der Chor " Liederkranz" sich von nun an nicht mehr ausschließlich der geistlichen Musik widmen möchte. Zum ersten Präsidenten des Chores "Liederkranz“ wählten die Sänger Josef Recker aus Sudendorf und ab 1930 Ferdinand Hagedorn. Der Chor Liederkranz war in der folgenden Zeit auf vielen Liederfesten präsent, wobei er in Haste auf dem Liederwertungssingen im Jahr 1933 den siebten Platz belegte.
Um 1923 waren die Bauernschaften noch sehr eigenständig. So gab es in fast allen Bauernschaften eigenständige Schulen. Überall gründeten sich neue Chöre und Musikvereine. Beispielsweise den MGV Schwege mit 30 Mitgliedern unter der Leitung von Lehrer Körling, sowie den Jugendchor Averfehrden, dirigiert von Lehrer Herkenhoff. In Sudendorf gründete sich in jener Zeit ein Männerchor mit dem Namen Heimatklänge, der von Josef Buller geleitet wurde. Dazu trafen sich junge Sudendorfer zur Gründung des Chores sowie einer Musikkapelle mit „Dudelsack“, und einer Fidel zum Musizierten. In den Folgejahren ging diese Kapelle in die Feuerwehrkapelle und später in die Werkskapelle Faust über. Schlussendlich begründet sich auf ihr die Musikkapelle Bad Laer. Der Chor " Heimatklänge" trat zunächst nur bei Beerdigungen und kirchlichen Festen Sudendorfer Bürger auf. Später schloss sich der Chor "Heimatklänge", dem Chor "Liederkranz" an, der sich wiederum in späteren Jahren mit dem Chor Sängerlust vereinigte.
Am 01.09.1935, den "Schutzengelsonntag", startete das 2. Cäcilienfest der Dekante Grönenberg und Iburg des Bistums Osnabrück in unserer Pfarrkirche. Mit dabei waren 5 Chöre des Bistums, sowie die Glandorfer Chöre: der Kath. Männergesangverein Schwege und natürlich der gastgebende Chor, der unter dem Namen Kirchenchor Glandorf als Männerchor mit 36 Sängern unter der Leitung von Josef Buller teilnahm.
Durch den zweiten Weltkrieg kam das Singen erneut zum Erliegen. Der Männerchor "Liederkranz" war seinerzeit 26 Mitglieder stark. Dieser Chor ließ als erstes das Singen nach dem Krieg wiederaufleben. So feierte der Chor am 9. Oktober 1947 sein 25-jähriges Jubiläum im Saal Herbermann. Weitere Chöre der Veranstaltung waren der MGV Glane sowie der MGV Schwege.
Am 4.02.1952 führte der Gesangverein " Cäcilia", der aus einem Zusammenschluss des MGV Sängerlust sowie des Damenchores Cäcilia bestand, das Ave Verum von Mozart sowie Stücke aus der Schubertmesse auf. Liedervater war seinerzeit Ferdinand Hagedorn, Stellvertreter Josef Funke. Dirigiert wurde der gemeinschaftliche Chor von Josef Buller. Jährlich wurde das Kappenfest im Vereinslokal Gülker in Gemeinschaft mit dem Damenchor sowie dem Männergesangverein "Sängerlust" gefeiert. Diese Sangesgemeinschaft veranstaltete in der Folge viele Konzerte. Auch das Theaterstück "Hochzeit mit Erika" im Jahr 1952 war eine gemeinschaftliche Aufführung beider Chöre.
Seinerzeit waren Überlegungen angestellt worden, die beiden Männerchöre "MGV Liederkranz" und "MGV Sängerlust", die beide von Josef Buller dirigiert wurden, zusammenzuführen. Am 21.02.1951 wurden auf einer Versammlung die Mitglieder beider Chöre eingeladen. Man einigte sich darauf, den älteren Namen "Sängerlust" sowie die Vereinsfahne des Chores zu übernehmen. Am 05.03.1952 fand unter reger Beteiligung die Generalversammlung statt. Dabei wurden die Vereinsstatuten vom Chor "Sängerlust" gemäß Beschluss mit den Statuten von 1935 des Chores "Liederkranz" verbunden und von allen Mitgliedern anerkannt. Zum Liedervater wurde Ferdinand Hagedorn ernannt, der zuvor bereits Vorsitzender des "MGV Liederkranz" war. Chormeister war weiterhin Josef Buller. Leider waren in der kommenden Zeit die Sänger des Chores "Liederkranz" nicht mehr zu den Proben erschienen. So sang der "MGV Sängerlust" beispielsweise zum 60. Jubiläum des "MGV Iburg" noch in alter Stärke. Zu Pfingsten trat der Chor wieder als gemischter Chor "Cäcilia" auf. Es wurde die Messe Salve Regina aufgeführt.
Am Sonntag, den 22. Juli 1951, machte der Chor "Cäcilia" einen Ausflug nach Brochterbeck. Vertreterin des Damenchores, der in jenen Jahren aus 18 Damen im Sopran sowie 13 Frauen in der Alt-Stimme bestand, war Paula Hälker.
Am 01.04.1953 schloss sich der vereinigte Männerchor unter dem Namen "MGV Sängerlust" dem Deutschen Sängerbund an. Da das 100-jährige Jubiläum des Männerchores 1944 wegen des 2. Weltkrieges nicht gefeiert werden konnte, wurde dass 110-jährige Bestehen am 22.05.1954 auf dem Hof Herbermann-Reckeler gefeiert. Aus gesundheitlichen Gründen musste der Dirigent Josef Buller sechs Wochen vor dem Jubiläum die Leitung des Chores abgeben. Herrmann Bäumer übernahm von nun an die Leitung des Chores. Da sein Bruder Paul zeitgleich Chormeister des Chores "EAW Quartett Osnabrück" war, gestaltete der MGV Sängerlust Glandorf gemeinsam mit dem Quartett Osnabrück ein Konzert. Am darauffolgenden Tag, Sonntag den 23.05.1954, begann das Festprogramm mit einem Gottesdienst, zu dem der GM Hütter-Kirchenchor sang.
Im Anschluss startete um 14 Uhr ein großer Festumzug vom Marktplatz bis zum Hofe Reckeler. Begleitet wurde der Zug u.a. von der Glandorfer Feuerwehrkapelle, den Schützenvereinen aus Glandorf und Sudendorf, dem Sportverein Glandorf, dem Spielmannszug Sudendorf-Schierloh, dem Gesellenverein Glandorf und weiteren 25 Chören aus unseren Nachbarorten. Mitwirkende waren auch Glandorfer Chöre wie beispielsweise der Ev. Kirchenchor Glandorf unter der Leitung von Olga Böhlke, der Jugendchor Averfehrden mit dem Chormeister Lehrer Herkenhoff und der Damen- Cäcilienchor Glandorf sowie natürlich der Jubelchor MGV Sängerlust. Der Abschluss des Festumzuges wurde von dem Festwagen, der Loreley und einem Ehrenwagen gebildet. Zwei Bühnen waren aufgebaut und so wurde im Wechsel der Chöre gesungen. Viele Gäste waren zugegen, es gestaltete sich ein bis dahin einmaliges Event. Die Osnabrücker Zeitung sprach dabei von einem "Fest der tausend Sänger". In den folgenden Jahren wurden Konzerte eingeübt und im Saale Alex Herbermann vor zahlreichen Gästen vorgetragen. Am 22. Mai 1955 nahm der Verein am Bezirkssängerfest in Osnabrück teil.
Während des alljährlich gemeinsam gefeierten Kappenfestes des Damen- und des Männerchores wurde erstmalig ein Karnevalsprinz proklamiert. Sangesbruder Johannes Lemper wurde als Prinz Johannes der I. und Marlies Riebeck zu seiner Prinzessin erkoren. 1966 nahm der Chor am Kreischorfest im Osnabrücker Stadttheater jeweils unter der Leitung von Herrmann Bäumer, der von 1956 – 1966 den Chor leitete, teil. Unter seiner Leitung fand das Singen des Männerchores zum Tag der deutschen Einheit am 17.06.1956 sowie ein Konzert am 20. Januar 1957 als gemischter Chor MGV und Cäcilienchor im Saale Alex Herbermann statt. Weitere Konzerte und Gastauftritte bei Nachbarvereinen wurden in den Folgejahren mit großem Erfolg unter seiner Leitung durchgeführt.
Ein besonderer Höhepunkt in der Geschichte des Vereins war die Verleihung der Zelterplakette am 26. Mai 1957. Aus der Hand des seinerzeit amtierenden Bundespräsidenten Theodor Heuss konnte der damalige Vorsitzende Ferdinand Hagedorn, diese Auszeichnung persönlich in Empfang nehmen. Im Jahre 1958 wurde Clemens Fentker zum 1. Vorsitzenden des Männergesangvereins gewählt. In all den Jahren führte der MGV seine Generalversammlungen gemeinsam mit dem Frauenchor Cäcilien durch. Auch gemeinsame Auftritte sowie Ausflüge, wie z.B. nach Ameland, um Glandorfer Jugendliche, die sich dort in einem Ferienlager befanden, zu besuchen, fanden statt.
Im Jahr 1963 wurde auf der gemeinsamen Generalversammlung der Vorstand neu gewählt:
1. Vorsitzender Clemens Fentker, stellvertretender Vorsitzender Große Brockmann, Liedermutter Maria Speckmann, Stellvertreterin Marianne Buller. Die Kassen der beiden Chöre wurden stets sauber voneinander getrennt. Im Jahr 1964 freuten sich die Sängerinnen und Sänger über die bestandene Dirigentenprüfung von Wilhelm Laumann, der infolge Herrmann Bäumer als Dirigent tatkräftig zu unterstützen vermochte. So dirigierte Laumann den Chor am 20.06.1963 bei einem Sängerfest in Hagen. Aus Anlass des 120-jährigen Bestehens hatte der Verein am 10. Juni 1964 seine Mitglieder und Freunde zu einem festlichen Abend ins Vereinslokal Gülker eingeladen.
Auf der Generalversammlung 1965 wählten die Mitglieder Maria Hollmann zur
Liedermutter und ab 1967 Maria Wesselkock. Alle weiteren Posten wurden durch Wiederwahl bestätigt. Da Hermann Bäumer aufgrund einer komplizierten Operation die Dirigentenstelle nicht mehr weiter ausüben konnte, übernahm erneut sein Bruder Paul Bäumer aus Osnabrück von 1966 - 1971 dieses Amt. Unter seiner Dirigentschaft feierte die Vereinsgemeinschaft am 30. und 31. August 1969 ihr 125-jähriges Jubiläum auf dem Hofe Herbermann-Reckeler. Unterstützt wurde er auf dem Kommersabend am 30. August vom Kirchenchor "St. Josef" Osnabrück, vom Männergesangverein KKV "Osning" Osnabrück und vom MGV "Stahlwerk" Osnabrück. Zum Freundschaftssingen am 31. August waren 17 Chöre erschienen. An diesem Tage unterstützten die Betriebskapelle Faust und ein Fanfarenzug aus Sassenberg den Umzug. Dieses Jubiläum gestaltete sich zu einem überwältigenden Erfolg.
Die Generalversammlung 1969 wählte Maria Inkrot zur stellvertretenden Liedermutter.
Am 31. März 1971 wählten die Mitglieder August Scheckelhoff zum neuen Vorsitzenden. Zu seinem Stellvertreter wählte der Chor Gebhard Apel. Neuer Kassierer wurde Josef Pelke.
Gleichzeitig wurde Günter Heider, damaliger Gemeindedirektor von Atter, als Dirigent verpflichtet. Leider starb er schon bald durch einen tragischen Verkehrsunfall am 20. November 1972. Als neue Dirigentin wirkte Frau Gottlöber aus Glandorf, die dieses Amt in vorbildlicher Weise ausübte. Zahlreiche, mit viel Einfühlungsvermögen einstudierte Konzerte, begeisterten das Publikum. Unvergessen die Konzerte unter dem Motto "Um die Welt geht unser Lied" am 22.11.1976 und unter dem Motto "Musik erfüllt das Leben" am 25.11.1978 jeweils im Saale Herbermann. Sie leitete den Chor aufopferungsvoll bis Ende August 1982.
Im Jahr 1981 wurde auf der Generalversammlung die Vereinigung der beiden Chöre Sängerlust und Cäcilienchor beschlossen. Schon ein Jahr zuvor wurde der Vorschlag auf Vereinigung unterbreitet. Bereits ab den 30er Jahren bildeten die Chöre oftmals eine Sängergemeinschaft.
Viele Konzerte, Ausflüge, Maigänge und Karnevalsfeiern wurden in Gemeinschaft gefeiert.
Zum 1. Vorsitzenden wurde August Scheckelhoff gewählt, zur 2. Vorsitzenden Maria Wesselkock und zum 3. Vorsitzender Gebhard Apel. Zwei Jahre später wählte der Chor, aufgrund des Rücktritts von Maria Wesselkock, Hildegard Farwick zur neuen Liedermutter.
Nur für kurze Zeit verpflichtete der Chor 1982 den Dirigenten Papenbrock. Diese Entscheidung wurde aber auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit Mehrheitsbeschluss revidiert.
Vom 3. September 1982 an verpflichtete der Verein den jungen, dynamischen Dirigenten Paul Rammler aus Warendorf. Das 140-jährige Bestehen konnte unter seiner Leitung leider nicht im Jahre 1984 gefeiert werden, da er kurz vor dem festgesetzten Termin erkrankte. Daher wurde es im Jahre 1985 nachgeholt. Das am 26. April 1985 unter seiner Leitung durchgeführte Kirchenkonzert, die Schubert Messe Nr.2 in G -Dur, zeugte von neuem Schwung und präziser Einarbeitung, ebenso die Darbietung von Spirituals-und Gospelgesängen unter dem Motto "Oh Happy Day" in der St. Johannis-Pfarrkirche Glandorf. Aufgrund seiner beruflichen Versetzung nach Xanten am Niederrhein konnte er leider nur bis zum 31. März 1986 den Chor leiten.
Bis zur Neuverpflichtung des Dirigenten Ralf Kötting aus Emsdetten, am 5. November 1986, sprang in dankenswerter Weise Frau Gottlöber als Dirigentin nochmals ein. Unter ihrer Leitung sang der Verein auf dem 60-jährigen Bestehen des MGV "Neue Liedertafel" Lengerich-Intrup am 7. Juni 1986 und auf dem 90-jährigen Jubelfest des MGV Borgloh am 31. August 1986.
Unter der Leitung des Dirigenten Ralf Kötting fand das erste gemeinsame Konzert aller Glandorfer Chöre am 21. November 1987 im Saale Herbermann statt. Außer dem MGV "Sängerlust und Cäcilienchor" nahmen teil: der "Jugendchor Glandorf " unter der Leitung Maria Brockmeyer, und der Chor "Sine Nomine" unter abwechselnder Leitung von Maria Brockmeyer, Ludger Lefken und Petra Schulke. Am 18. Dezember 1988 wurde in der Glandorfer Pfarrkirche ein geistliches Konzert, unter Mitwirkung des Mandolinenchores Emsdetten feierlich gestaltet und unter dem Motto "Melodien, die jeder kennt" am 23. Oktober 1989 ein weiteres Konzert unter der Leitung Ralf Köttings erfolgreich durchgeführt.
Auch auf zahlreichen Jubiläen anderer Vereine sang der Verein während seiner Dirigentenzeit: am 17. Mai 1987, 75 Jahre MGV Harmonia Glane; am 5. Sept. 1987, 100 Jahre MGV Bad Rothenfelde; am 12. Juni 1988, 100 Jahre Eintracht Hilter; am 25. Sept. 1988, 40 Jahre Landjugend Glandorf und am 10. Sept. 1989, 90 Jahre MGV Teutonia Müschen. Nachdem sich Ralf Kötting mit einem Konzert am 16.6.91 im Saal Buller verabschiedet hatte, konnte am 3.7.91 Ullrich Mette aus Warendorf als neuer Dirigent verpflichtet werden. Bei seinem ersten Konzert mit unserem Chor am 28.11.92 im Saal Buller feierte er einen gelungenen Einstand. Mit dem Crescendo-Chor und zwei Solistinnen zusammen bot der MGV Sängerlust und Cäcilienchor einen bunten Melodienreigen aus Oper und Operette.
1993 verstarb der langjährige Liedervater Clemens Fentker. In großer Dankbarkeit wurde seiner gedacht und an die schönen gemeinsamen Jahre erinnert.
Sänger schrieben ein Stück Ortsgeschichte“ so stand es anschließend in der Zeitung. 1994 feierte der MGV und Cäcilienchor das große Jubiläum des 150-jährigen Bestehens. Die Festwoche begann mit einem feierlichen Hochamt am 21.8. in der hiesigen Johanniskirche. Am Sonntag, den 27.8. folgte ein Konzert in der Glandorfer Sporthalle unter dem Titel „Wenn der Töne Zauber walten“. 500 Zuhörer waren begeistert und genossen auch den anschließenden Festball bis zum frühen Morgen. Ein Festumzug durch Glandorf am Sonntag, den 28.8. führte die beteiligten Gesangvereine auf den Festplatz Schulhof zum Freundschaftssingen. Den abschließenden Dämmershoppen begleitete die Blaskapelle Schwege mit flotten Weisen.
Das Jahr 1995 war wieder vom Dirigentenwechsel gekennzeichnet. Ullrich Mette verließ den Verein und man suchte, auch per Zeitungsanzeige, einen neuen Chorleiter. Zunächst aber ohne Erfolg. Dankenswerterweise übernahm Sonja Hohenbrink vom Crescendo-Chor das Dirigentenamt.
Vom 1.9. bis 3.9. unternahm der Chor eine Reise zur Ahr. Bei der Generalversammlung im Frühjahr 1996 erfuhr der Liedervater August Scheckelhoff eine besondere Ehrung. Der Sängerkreischef Werner Kanzler gratulierte zu 25 Jahren Vereinsvorsitz. Das Herbstkonzert 1996 wurde von vier Glandorfer Chören gestaltet: MGV und Cäcilienchor, Crescendo-Chor, beide von Sonja Hohenbrink geleitet, Sine Nomine unter Petra Schulke und Cantabile unter Francis Meyer. Im ausverkauften Saal Plocksaugust gab es tosenden Applaus für einen gelungenen Chorabend.
Nach langem Suchen konnte im Sommer 1997 ein wahrer Glücksgriff gelandet werden. Der Chor gewann den 32-jährigen Holger Dolkemeyer aus Osnabrück als neuen Dirigenten: Ein Vollblut-Musiker mit viel Erfahrung als Chorleiter und Organist. Seine ersten großen Konzerte mit dem Chor gab er am 7. und 8. November 1998 im Saal Plocksaugust. Crescendo-Chor und Chor Sine Nomine aus Glandorf, sowie MGV Eversburg und Vocalvielharmonie aus Osnabrück nahmen ebenfalls teil und präsentierten ein buntes, begeisterndes Programm. Am 7.11.1999 führten der MGV und Cäcilienchor Mozarts „Spatzenmesse“ auf. Die vollbesetzte Glandorfer Pfarrkirche erlebte eine gelungene Darbietung dieses großen Werkes der Musikliteratur.
Am 22.3.2000 gab Startenor René Kollo ein Konzert in der Johanniskirche unter Mitwirkung des Chores.
Das vorweihnachtliche Konzert in der Johanniskirche am 3.12.2000 mit Sine Nomine, Solisten und Instrumentalensemble lockte viele Zuhörer an. Höhepunkt des Abends war Händels „Hallelujah“, das von allen Beteiligten dargeboten wurde. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen. 2001 fand im Saal Buller ein Frühjahrskonzert statt, bei dem auch der Crescendo-Chor und der MGV Eversburg mitwirkten.
2002 musste die Satzung geändert werden, um die Anerkennung der steuerrechtlichen Gemeinnützigkeit zu behalten.
Am 14.9.2002 fand in der Johanniskirche in Glandorf das Dekanatschortreffen statt. Mit 370 Sängerinnen und Sängern erlebte die Kirche ein Burgspektakel von beeindruckender Stärke, ein lautes Glaubensbekenntnis und Lob Gottes.
Der 9.2.2003 bot wieder ein großes Werk der klassischen geistlichen Musik in der Johanniskirche.
Zu hören war Vivaldis „Gloria“ in 12 Sätzen für Soli, Chor und Orchester. Das Publikum applaudierte begeistert. Im selben Jahr gab es ein weiteres Konzert zusammen mit dem Chor der MartinskircheHellern. Am 9.11.03 im Gasthof Buller und am 15.11.03in der Martinskirche sangen die Chöre gemeinsam geistliche und weltliche Lieder unter dem Motto „Erhebet die Stimmen“.
Auf 160 Jahre Gesangstradition blickte der MGV Sängerlust und Cäcilienchor 2004 zurück. Aus diesem Anlass fand das Kreissängerfest am 26.9. in der Pfarrkirche in Glandorf statt. 14 Chöre mit rund 400 Sängerinnen und Sängern boten eine Demonstration lebendigen Chorgesangs.
Nach 25 Jahren Kassierer im Chor trat Josel Pelke von seinem Amt zurück. Neuer Kassierer wurde Dieter Hagedorn.
Vom 15.4. bis 17.4.2005 wurde eine Chorreise nach Dresden unternommen. Silke und Holger Dolkemeyer hatten ein fantastisches Programm organisiert. Der Chor sang in einer Abendmesse in der Hofkirche und durfte in der Semperoper ein Ständchen bringen. Bei herrlichem Frühlingswetter konnten die Chormitglieder die Sehenswürdigkeiten im schönen „Elbflorenz“ genießen. 77
Ein weiteres Highlight im Chorleben war die „Krönungsmesse“ von Mozart, ein Werk für Soli, Chor und Orchester. In Kooperation mit dem Chor der Martinskirche sang der MGV und Cäcilienchor die Messe zunächst am 5.11.2006 in Hellern, dann am 12.11.2006 in Glandorf. Die Chöre harmonierten glänzend und brachten jeweils ein großartiges Konzert zu Gehör.
Am 18.3.2007 schied Bernhard Beckmann aus seinem Amt als Schriftführer, das er 45 Jahre innehatte, aus. Als seine Nachfolgerin wurde Mechthild Rocholl gewählt.
Am 13.5.2007 wurde eine musikalische Andacht in der Johanniskirche gefeiert. Mit Chorsätzen zum Zuhören und Taizé-Liedern zum Mitsingen war eine besinnliche Vesper gestaltet, die bei den Kirchenbesuchern großen Anklang fand.
In 2008 führte der Chor nach 2003 wieder Vivaldis „Gloria“ auf, diesmal mit dem Chor der Martinskirche: am 28.9 in Glandorf, am 2.11 in Hellern.
Zur Pflege der Geselligkeit wurde eine 2-Tagesfahrt an die Mosel nach Maring-Noviand gestartet.
2009 war ein denkwürdiges Jahr. Nach 38 Jahren als 1. Vorsitzender schied Liedervater August Scheckelhoff aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Amt aus. Er wurde auf Grund seiner großen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Gleichzeitig gab Hildegard Farwick das Amt der 2. Vorsitzenden auf. Somit musste die Spitze neu gewählt werden: 1. Vorsitzende Cäcilia Wiewel, 2. Vorsitzender Manfred Gausmann, 3. Vorsitzende Inge Nickel. Zur Pflege der Geselligkeit wurde eine 2-Tagesfahrt an die Mosel gestartet.
Mit 12 Chören sang der Chor gemeinsam am 22.10. beim „Konzert der Osnabrücker Chöre“ in der Stadthalle. Ein Adventskonzert gab der Chor am 20.12.09 in der Johanniskirche. Es wirkten mit: Vokalvielharmonie Osnabrück, Sopranistin Katrin Janssen Oolo und die Kirchenbesucher.
Der verschneite Ort und feierliches Glockengeläut luden die Gäste stimmungsvoll ein.
Mit einer weiteren musikalischen Andacht am 2.5.2010 in der Johanniskirche fand der Chor eine gute Resonanz.
Der Auftritt bei der Landesgartenschau in Bad Essen wurde mit Besuch und Besichtigung der Ippenburg am 7.8.2010 verbunden.
Im Weihnachtskonzert am 18.12.2011 stand das Weihnachtsoratorium von Saint Saëns im Mittelpunkt. Dieses bedeutende Werk für Soli, Chor und Streichquartett fand großen Anklang beim Publikum, das bei einigen Weihnachtsliedern zum Mitsingen eingeladen wurde.
Am 12.10.2012 starb die langjährige Dirigentin Hildegard Gottlöber im Alter von 83 Jahren. Ihr wurde in großer Dankbarkeit gedacht.
Das Kaffeekonzert am 14.10.12 in der herbstlich geschmückten Schulaula wurde mit viel Beifall bedacht.
Ein gelungenes Weihnachtskonzert mit dem Männerchor Hagen gab der Chor am 29.12.2013 in der Glandorfer Pfarrkirche. Das anschließende gemütliche Beisammensein führte zu anregenden Gesprächen.
Am 12.3.2014 verstarb nach langer Krankheit der Ehrenvorsitzende August Scheckelhoff im Alter von 74 Jahren. Er wurde in aller Würde zu Grabe getragen und das Auferstehungsamt wurde mit feierlichen Liedern gestaltet.
„Wenn einer eine Reise tut…“, unter dem Motto stand das Kaffeekonzert am 16.11.2014 in der Schulaula mit den Tanzsternchen. Sowohl die Ohren als auch die Augen und der Gaumen kamen voll auf ihre Kosten, alles ein einziger Genuss.
„Die Saat geht auf“, so ist die irische Messe überschrieben, die der Chor mit dem irischen Trio Iontach am 27.9.2015 in der Johanniskirche aufführte. Der irische Folksong wurde von den Zuhörern begeistert aufgenommen. Ein ganz besonderes Ereignis war die „Nacht für Gott“ in der Johanniskirche am 4./5.3.2016. Alle kirchlichen Vereine beteiligten sich daran, in der Zeit von 18 Uhr am Freitag bis 8 Uhr am Samstag, eine besinnliche Stunde zu gestalten. Der MGV und Cäcilienchor feierte von 22 bis 23 Uhr eine Taizé-Andacht mit Bibellesungen, Gebeten und Gesängen.
Beim Frühjahrskonzert der Blaskapelle Schwege am 19.3.2016 in der Schulaula war der Chor mitwirkender Gast. Es gelang ein harmonisches Zusammenspiel von Blasmusik und Chorgesang.
Unter der Überschrift „Adventus Domini“ wurde am 4.12.2016 in der Johanniskirche ein Adventskonzert dargeboten.
Die Generalversammlung am 28.2.2017 brachte Veränderungen im Vorstand. Annette Herbermann wurde zur Schriftführerin gewählt, Maria Heimsath zur Stellvertreterin. Besonderer Dank gilt dem Dirigenten Holger Dolkemeyer, der seit 20 Jahren den Chor leitet. Für seine äußerst erfolgreiche Tätigkeit und seinen liebenswerten Umgang wurde er mit einem Geschenk und lang anhaltendem Applaus geehrt.
Unter dem Motto „Das gibt’s nur einmal“ fand am 19.11.2017 in der Schulaula das beliebte Kaffeekonzert statt. Filmmelodien aus den 30er und 40er Jahren standen im Mittelpunkt.
Alle drei Glandorfer Chöre empfingen am 2.4.2018 den neuen Pfarrer Stefan Höne mit strahlenden Jubelliedern im Einführungsgottesdienst in der Johanniskirche.
Im Herbst 2018 sang der MGV und Cäcilienchor eine „Ragtime Messe“ zusammen mit dem Bad Rothenfelder Kirchenchor: am 14.10. in Glandorf, am 21.10 in Bad Rothenfelde. Viel Beifall des begeisterten Publikums war der Lohn für die Aufführung dieses außergewöhnlichen Musikwerkes.
175 Jahre, die unendlich viel über die Geschichte des Chores zu berichten hatten. Diese Chronik kann nur eine Zusammenfassung dessen sein, was dieser Chor in all den Jahren erlebt hat.
Gustav Mahler sagte seinerzeit : „Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten.“Es geht nicht alleine um das Singen, es geht auch um Freundschaft, Gemeinschaft, Zusammenhalt, um Freude und Spaß. Im Chor lernt man ganz nebenbei viele Dinge, die im Leben wichtig sind, wie das Hören aufeinander und die Bedeutung von Gemeinschaft.

Verfasser:     Bernhard Beckmann
                     Annette Herbermann
                     Manfred Gausmann


Der MGV und Cäcilienchor Glandorf ist sich seiner Aufgaben stets bewusst geblieben, er ist, was er sein wollte: 

Ein Hort der Pflege des Gesanges und eine Stätte der Geselligkeit. Diesen Idealen auch in der Zukunft nachstreben zu können, ist sein Ziel.